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Ein Blick zurück in die Mancha heisst auch, wir haben sie hinter uns. Wir trafen nun auf die Berge im zentralen Spanien um Avila, eine einsame Gegend mit kargen Weiden für Rinder, Schafe und Ziegen. Beim ersten Dorf hatten wir ein spezielles Problem. Die Elsbeth war ja schon dort mit dem Auto eingetroffen und hat uns beim einzigen Hostal die Zimmer reserviert. Als sie uns dies per Handy bestätigt hatte erklärte sie uns auch, dass sich das Hostal bei der Ortsausgans-Tafel befindet, worauf wir sagten: "Super so haben wir am Morgen schon das Dorf hinter uns". Dieses Dorf war ungefähr 2 Km lang, wir durchwanderten es, schon Bier gelüstend. An der Ortsausfahrts-Tafel war weit und breit nichts zu sehen von einem Hostal, auf telefonische Anfrage erklärte Elsbeth aber, an dieser Ortsausgangs-Tafel zu stehen, worauf wir beim letzten Haus nachfragten wo dieses Hostal zu finden sei.
Wir sind also etwa 100 Meter an diesem Hostal vorbeigeschrammt, es war eine Abkürzung, durchs ganze Dorf gewandert um im Anschluss das Ganze wieder zurückzugehen. Elsbeth ist mit dem Auto von der anderen Seite als wir im Dorf eingetroffen. Die Sicht des Wanderers und die des Autofahrers sind eben meist verschieden, wir haben daraus gelernt.
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In San Bartolome, im Zentrum eben dieser Berge erhielten wir als Unterkunft den Wartesaal des Arztes zugewiesen, der ab und zu dort praktizierte. Nun es war sauber, harter Boden, es gab da Toiletten für jeden eine Eigene aber keine Dusche. Man kann sich ja am Lavabo waschen, ich war der Erste der sich vors Lavabo stellte und mit einem Lappen von Kopf bis Fuss zu waschen begann. Als ich bei der Körpermitte eintraf, beim Waschen so umherschaute habe ich erst bemerkt, ich stand vor einem klarsichtglas Fenster, auf der gegenüber liegenden Seite war eine Baustelle auf welcher zwei Bauarbeiter gespannt zuschauten. Als unsere Blicke sich trafen verschwanden sie blitzartig ich wusch mich fertig, hatte ja keine andere Wahl. Die Anderen konnte ich warnen, denn ich dachte nicht Alle waschen sich gerne im Schaufenster.
Der Ruedi hatte am nächsten Tag grosse Schmerzen in den Hüften und Aduktoren was wir dem harten Boden zuschrieben auf dem wir geschlafen hatten. Das Wanderleben kann eben hart sein.
An diesem Tag war eine Kurzetappe angesagt. Es blieb daher Zeit in der einzigen Bar des Dorfes zu sitzen und zu jassen.
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Avila ist immer noch in die alten Mauern eingemauert. Eine schöne Stadt, die wir durchwandert haben nicht ohne den Stempel des fleissigen Peregrinos abzuholen. Diesen Stempel benötigten wir von Zeit zu Zeit um uns als Pilger auszuweisen und um, sofern nötig, auch in den Herbergen der Gemeinden gratis übernachten zu können. Nun wir gingen zum Ayuntamiento wo sie uns nach langem Palaver den Weg erklärten, wo sich die zuständige Behörde befindet, die berechtigt ist einen solchen Stempel auch auszuhändigen. Dass wir dabei wieder etwa 200 Meter zurückgehen mussten, habe ich gerade noch über mich ergehen lassen, als wir jedoch noch in den ersten Stock gehen mussten war ich bereits am Limit des geschundenen Peregrinos. Ich dachte schon die sollen sich den Stempel irgendwo hindrücken ich will ja nur nach Santiago. Nun im ersten Stock befanden sich einige Leute und auf einem Tisch habe ich sogar einen Stempel gesehen, die Person hinter dem Tisch wollte aber nicht sogleich diesen Stempel auf unser Dokument drücken, sie war offensichtlich nicht befugt. Nun nach langem Hin und Her und nachdem ich die Sache beinahe selber in die Hand genommen hätte bekamen wir unseren Stempel, was für ein Glück. Auch nach halber Distanz unseres Weges habe ich meine Ungeduld noch nicht so recht ablegen können. Unser Domizil war etwas ausserhalb der Stadt, Elsbeth wartete dort auf uns und endlich konnten wir unser tägliches wohlverdientes Feierabendbier genehmigen.
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Nach den Bergen um Avila fing die Ebene der Comunidad Castilla y Leon an diese war nur unwesentlich weniger flach als die Mancha, nur im Durchschnitt etwa 100 Meter höher gelegen, was beim Wandern durch endlose Felder keinen erheblichen Unterschied machte. Umso mehr staunten wir, als dieser Pinienwald sich vor uns auftat. Alle Pinien wurden angeritzt und Töpfen darunter gestellt um das Harz zu gewinnen, dies systematisch und Parzellenweise. Dieser Wald schien kein Ende zu nehmen (ca 10 Km), wie zuvor die Ebenen es ist eben alles ein wenig grösser als wir uns das aus der Schweiz gewohnt sind.
Der sandige Boden war aber sehr angenehm zum wandern.
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Ja, ja er musste ja mal kommen der Regen. Nun gingen wir ja oft stundenlang ohne gross zu sprechen, manchmal aber sprachen wir auch stundenlang über Gott und die Welt, jedenfalls war unser Thema am Tag zuvor der Papa Ratzinger und weil wir weder aus religösen, noch aus esoterischen oder selbstfinderischen Gründen diesen Weg gingen, sondern lediglich zum schauen was wir so drauf haben, gingen wir in der Diskussion auch nicht so zimperlich mit dem Papst und seiner Religion um. An diesem Tag war unser Schlusswort "Hoffentlich hat er es nicht gehört sonst regnet es morgen",
es hat geregnet!!! War wohl Zufall nehmen wir mal an.
Dass es geregnet hat war noch nicht das Schlimmste, sondern das was folgte. Am nächsten Tag gingen wir in der Früh wieder los und zwar wie so oft über Feldwege, mal mehr Erde, mal Kiesel, mal sandig oder gröbere Steine. Heute war Erde angesagt und die war sowas von nass mehr ein Sumpf, wir wurden immer grösser wegen der zusätzlichen Erdsohlen unter den Schuhen, ab und zu war es angenehmer in den Stoppelfeldern zu gehen und die Stollen wieder abzuschlagen. Die Stimmung war irgendwie nicht so gut und unser Durchschnitt von 5 Km in der Stunde war auch flöten. Bei einem Dorf wo wir nicht mehr so genau wussten wie weiter fragten wir, wie schon öfters eine ältere Dame nach dem Weg. Da mir die Antwort nicht gefiel (falsche Windrichtung) war meine Reaktion wohl nicht so freundlich, denn meine Mitwanderer sagten mir danach öfters ich sei der Schreck der alten Damen. Es ist eben mehr als einmal vorgekommen, dass uns jemand auf den falschen Weg wies und da wird man halt ungläubig.
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Wir sind auf der Linie Albacete-Toledo-Avila-Benavente gewandert. Weil die gelben Pfeile uns kurz vor Benavente im Kreis herum geführt hatten und wir keine grosse Lust verspührten den Schabernack mitzumachen, schon gar nicht nach über 30 Km, nahmen wir kurzerhand das Autobahnviadukt um auf direktem Weg nach Benavente zu gelangen. Nach überwinden von Zäunen und Böschungen gelangten wir nach dem Viadukt wieder auf einen Feldweg, auf dem wir nach 150 m wieder einen Pfeil sahen, nicht schlecht was? Wir wollten nicht nach Astorga und den Camino Frances nehmen weil dieser sehr stark begangen ist, so sind wir nach links abgedriftet und nach einem Tag auf dem Camino Sanabrés gelandet, der über Ourense nach Santiago führt. Von da an war alles anders, die Vegetation ähnlich wie in der Schweiz und das Wetter eine Mischung aus schlechtem Schweizerwetter und dem Nebel in London. Meine Güte hat das die letzten zwei Wochen geschifft.
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